Flottenversicherung

Komplexes System

Von Inken Schönauer · 2014

Eine Flottenversicherung entlastet Unternehmen bei Mobilitätsausfällen und gibt Stabilität im Tagesgeschäft, aber sie hat Tücken. Die Standardversicherung gibt es nicht. Die Parameter der einzelnen Kunden sind einfach zu unterschiedlich. Man muss wissen, was man will und was man nicht braucht.

Fuhrparks sind ein Kostentreiber im Unternehmen. Unfälle, Ausfälle, Reparaturen, die To-do-Liste ist lang und teuer. Deswegen organisieren immer mehr Unternehmen ihr Mobilitätsmanagement neu. „Der Einkauf bzw. das Leasing von Fahrzeugen für den Unternehmensfuhrpark und die Beschaffung entsprechender Dienstleistungen gehören zu den wichtigen nichttraditionellen Einkaufskategorien“, heißt es beim Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME). Diese würden seit einigen Jahren immer weiter in den Fokus des Einkaufs rücken. Geradezu zwangsläufig kommen dann auch Versicherungen auf die Agenda.

Durch die Fuhrparkversicherung haben Unternehmen eine Art Mobilitätsgarantie. Denn im Schadensfall ist eine schnellstmögliche Reparatur der Schäden gewährleistet. Mit Versicherungen haben Unternehmen in ihrem Fahrzeugbereich keine unkalkulierbaren finanziellen Risiken. Gleichwohl aber natürlich eine finanzielle Belastung.

Unterschiedliche Parameter

Das Thema Flottenversicherung ist anspruchsvoll, sind doch Standards auf Grund der Unterschiede in den Unternehmen schwer zu setzen. Menge, Größe, Art, Bestimmung der Fahrzeuge, das alles sind Parameter, die eine Flottenversicherung variieren lassen. Ein Fahrzeug für einen Bauingenieur, der viel auf Baustellen unterwegs ist, muss in einer Versicherung sicher anders behandelt werden als ein Versicherungsvertreter, der viel auf Autobahnen unterwegs ist und lange Strecken zurücklegt. Statistiken und Schadenswahrscheinlichkeiten sind schwer auszumachen. Manche Versicherer haben sich auf Grund der Komplexität des Geschäfts daher auch schon vor Jahren aus diesem Segment der Flottenversicherung zurückgezogen.

Schadensquote steigt

Ein Grund dafür ist auch, dass die Schadenquote seit Jahren in die Höhe schnellt. „Bei einer hohen Schadenfrequenz kann ein professionelles Risk-Management die Fuhrpark-Leitung nachhaltig unterstützen“, sagt Uwe Hüholt, Leiter Produktmanagement Kraftfahrt-Flotte der Axa AG. Bei allen Aktivitäten spiele der Faktor Mensch die entscheidende Rolle. Darum stelle das Risk-Management den Mitarbeiter in den Mittelpunkt. Die langfristige Änderung des persönlichen Verhaltens könne die Leistung der Fahrer nachhaltig verbessern. „80 Prozent aller Schadenursachen sind beeinflussbar“, sagt Hüholt. Die Parameter für Versicherungen sind also höchstunterschiedlich, aber dennoch gibt es Kernelemente. So beinhalten Flottenversicherungen meist eine Kfz-Haftpflichtversicherung und eine Insassenunfallversicherung. Zusätzlich können natürlich auch weitere Versicherungen abgeschlossen werden, die sich auf den Fuhrpark des Unternehmens beziehen und die speziellen Anforderungen berücksichtigen.