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Fokusinterview

„Smart Manufacturing: Cyberattacken nehmen zu“

Von TÜV SÜD AG · 2015

Oliver Jacob von TÜV SÜD (links)und Ofir Hason von CyberGym™ (rechts)

Die Industrie 4.0 bietet deutschen Unternehmen große Chancen. Allerdings ist die vernetzte Produktion auch mit Risiken verbunden. Oliver Jacob von TÜV SÜD und Ofir Hason von CyberGym™ erklären, was Unternehmen beim Smart Manufacturing beachten müssen.

Wie bewerten Sie die Risiken von Industrie 4.0?

Jacob: Die Bedrohungen im Bereich des Smart Manufacturing haben in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Zudem ist die Situation immer komplexer geworden, weil mögliche Angriffe aus unterschiedlichen Motiven, mit unterschiedlichen Mitteln und mit unterschiedlichen Zielsetzungen gestartet werden. Die modernen Produktionssysteme müssen vor Verwundbarkeiten geschützt werden, die aus der zunehmenden Vernetzung, dem Einsatz von drahtlosen Netzwerken und Sensoren sowie der allgemeinen Verwendung der modernen Informationstechnologie resultieren.

Wo liegen die größten Schwachstellen?

Hason: Die Probleme in der kommunikativen Infrastruktur intelligenter Produktionssysteme werden nicht mehr nur durch das Versagen der technischen Ausrüstung oder menschliche Fehler, sondern auch durch absichtliche Angriffe verursacht. Die Zahl der nachgewiesenen Cyber­attacken und Übergriffe ist weltweit deutlich gewachsen. So können drahtlose Kommunika­tions­systeme relativ einfach durch Denial-of-Service-Attacken lahmglegt werden. Solche DoS-Attacken führen beispielsweise bei intelligenten Versorgungsinfrastrukturen zur Störung von grundlegenden Funktionen wie Smart Metering, Last­überwachung oder Ausfallmanagement.

Sind die Unternehmen auf die digitale Revolution vorbereitet?

Jacob: Bei der Vorbereitung auf Cyberbedrohungen gibt es große Unterschiede in den einzelnen Ländern und Unternehmen. In Deutschland steht vor allem der Mittelstand vor einer großen Herausforderung, weil viele Unternehmen das Schadensausmaß immer noch unterschätzen. Aber wir beobachten, dass die Sensibilität für das Risiko- und Schadenspotenzial zunimmt – und damit auch für die Notwendigkeit, sich mit diesem Thema zu beschäftigen.

Wo besteht der größte Handlungsbedarf?

Hason: Die meisten Attacken folgen bestimmten Angriffsmustern. Dadurch lernen die zuständigen Teams in den Unternehmen, mögliche schädliche Aktivitäten zu entdecken und ihr eigenes Wissen und Können kontinuierlich zu überprüfen und zu aktualisieren. Indem sie die Art der Bedrohung verstehen, bekommen sie – soweit das möglich ist – einen Vorsprung vor den Angreifern. Aus diesem Grund müssen sich Unternehmen darüber klar werden, dass das Training der relevanten Mitarbeiter ein wichtiger Baustein eines Sicherheitskonzepts ist und dass dieses Training von anerkannten und erfahrenen Experten durchgeführt werden sollte.

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